Bisher konnten britische Banken mit Kreditversicherungen lukrative Geschäfte machen. Diese sichern die Raten für Darlehen im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit ab. Die meisten Banken schlugen die Kosten für die Policen kurzerhand auf die Kreditsumme und wiesen die Beträge nicht gesondert aus. Diese Praktik löste eine wahre Welle an Beschwerden bei der FSA (Financial Services Authority) aus, die darauf hin eine Überprüfung von etwa 16 Millionen Verträgen anordnete.
Den unlauteren Methoden der Banken wurde ein Riegel vorgeschoben. Die FSA fand die oben genannte Praktik bestätigt und deckte zudem zahlreiche Fälle auf, in denen Kunden Kreditversicherungen ohne deren Wissen und Willen untergeschoben wurden. Diese Vorgänge werden wohl Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe nach sich ziehen.
Der Londoner High Court verlangte in einem ersten Urteil von den Banken die rückwirkende Prüfung von relevanten Verträgen. Das wird Millionen von Kreditversicherungen betreffen.
Die FSA schätzt, dass eine große Anzahl dieser Policen rückabgewickelt werden müssen. Die Finanzaufsicht geht davon aus, dass Erstattungen in Höhe von bis zu 4,5 Milliarden Pfund fällig werden. So erwägt der Branchenverband auch bereits Rechtsmittel gegen das Urteil des High Court. Dafür stehen noch zwei weitere, höhere Instanzen zur Verfügung. Die BBA (British Bankers Association) scheiterte allerdings bereits mit einer ersten Klage gegen das bestehende Urteil, diese wurde vom High Court zurück gewiesen.
Der Verbraucherschutzverband Consumer Focus hingegen begrüßte die Entscheidung des High Court. Er hofft, dass die Banken dadurch gezwungen werden, berechtigte Rückzahlungsforderungen von Kunden künftig ernster zu nehmen. Vor dem Urteil sollen etwa sechzig Prozent dieser Forderungen zurück gewiesen worden sein.


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